
Der Darm - viel mehr als Verdauung
Mikrobiom, Immunsystem, Darm-Hirn-Achse und Co: wie wichtig ist ein gesunder Darm?
Die Aufgaben des Darms

Der menschliche Darm: ein absolutes Wunderwerk! Man stelle es sich mal vor: ein Organ, das zwei diametral entgegengesetzte Aufgaben hat - zum einen Nahrungsbestandteile aufnehmen, also durchlässig sein, und zum anderen absolut dicht sein und nichts in den Körper lassen, was da nicht rein gehört. Ein ziemlicher Drahtseilakt.
Welche Funktionen hat unser Darm?
→ Stoffwechsel- und Verdauung: Nährstoffaufnahme, Regulation des Wasserhaushalts, Vitaminbildung, Ausscheidung von Giftstoffen
→ Immunfunktion: 80% der Immunzellen befinden sich im Darm, wusstest du das?
→ Endokrines System: Produktion von Hormonen und Botenstoffen wie z.B. 90% des Serotonins
→ Enterales Nervensystem: 100 Mio Nervenzellen und die direkte Verbindung mit unserem Gehirn über den Vages-Nerv
Die Aufgaben des Mikrobioms
Was ist eigentlich das vielbenannte Mikrobiom? Im weiten Sinn sind es alle den Menschen besiedelnden Mikroorganismen. Wovon wir eigentlich sprechen wollen, ist das intestinale Mikrobiom - das Darmmikrobiom. Die mikrobielle DNA übersteigt die menschliche um das 30 bis 100-fache - wir sollten uns also unbedingt näher beschäftigen mit unseren kleinen Freunden, denn sie haben unglaublichen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Um nur einige Aufgaben zu nennen:
→ Stoffwechselfunktion: Die Bakterien produzieren Vitamine für uns, unterstützen uns bei unserer Verdauung, produzieren kurzzeitige Fettsäuren (DIE entscheidenen Metabolite in unserem Darm!!) oder sorgen für die Biotransformation unserer Gallensäuren
→ Schutzfunktion: unsere guten Bakterien bilden im besten Falle eine Kolonisationsresistenz und schützen uns so vor krankmachenden Keimen, sie sorgen für einen dichten Darm und schützen uns so vor Autoimmunerkrankungen uvm., bilden antimikrobielle Substanzen und fördern die Durchblutung und Eigenbewegung des Darms
→ Immunfunktion: sie regulieren entzündungsfördernde Zytokine, sorgen für Toleranz bei Immunreaktionen und sind beteiligt an der Entwicklung des Darm-assoziierten Immunsystems
→ sie modulieren aber auch die Darm-Hirn-Achse und nehmen indirekt Einfluss auf die "Dichtigkeit" der Blut-Hirn-Schranke

Was gefährdet unsere Darmgesundheit?

Unser Darm ist ein fragiles Gleichgewicht. Schauen wir uns einmal die wichtigsten Faktoren an, die dieses Gleichgewicht empfindlich stören und somit eine Dysbiose begünstigen können:
ERNÄHRUNG: salzig, fettig, zuckerreich, einseitig, ballaststoffarm, vitalstoffarm, fleischlastig, reich an Zusätzen & Süßstoffen
LEBENSSTIL: Schlafmangel, Jetlag, Stress, Bewegungsmangel, Ängste, Ärger, Hygiene, Nikotin, Alkohol, Exzessiver Sport
KRANKHEITEN: Medikamente, Intoleranzen, Eingriffe, jahrelange Gasbildung, Pilzbefall, Nährstoffmangel etc.
Krankheit und Mikrobiom
Es gibt mittlerweile eine unglaubliche Anzahl an Studien die sich näher mit dem Darmmikrobiom beschäftigten. Ein Ungleichgewicht wird mit zahlreichen Erkrankungen assoziiert, wobei man sich in vielen Fällen noch nicht sicher ist: Kam die Krankheit durch die Dysbiose, oder die Dysbiose durch die Krankheit?

Mikrobiom-assoziierte Erkrankungen sind z.B.:
Adipositas
Akne
Allergien
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Diabetes Typ I & II
Dickdarmkrebs
Ekzeme
Herz-Kreislauferkrankungen
Lebererkrankungen
Neurodegenerative Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson)
Psychische Störungen (Depressionen, Ängste, Stress)
Reizdarm-Syndrom
Rheumatische Arthritis
Dysbiose: wenn der Darm aus dem Gleichgewicht gerät
Im Darm ist alles eine Frage des Gleichgewichtes: wir haben physiologischer Weise auch pathogene, also krankmachende Keime in unserem Darm. Weil diese aber in einem insgesamt gesunden Milieu leben und von viele gesundheitsförderlichen Bakterien in Schach gehalten werden, machen sie uns nichts aus. Was passiert aber, wenn das Gleichgewicht kippt, und die schlechten Keime die Überhand nehmen?
Potentielle Folgen eines bakteriellen Ungleichgewichts
"löchriger Darm": Leaky-Gut Syndrom
Nahrungsmittelintoleranzen
gesteigertes Infektionsrisiko
Entzündliche Schleimhautveränderungen
leichtere Infektion mit Viren, Pilzen, Krankheitserregern
ständige Blähungen, Völlegefühl
Durchfall, Verstopfung
Mikronährstoffmangel
Angststörungen
Reizbarkeit
"Selbstvergiftung" mit toxischen Metaboliten, von ungünstigen Bakterien produziert
SIBOS
Dies sind nur einige mögliche Auswirkungen. Es kommt häufig zu einem Teufelskreislauf, bei dem sich ungünstige Veränderungen wiederum negativ auf das Mikrobiom auswirken und somit die Dysbiose und unser Wohlbefinden weiter verschlechtern.
Wie gesund ist dein Darm?
Mit diesem Hintergrundwissen verstehst du vielleicht, warum der Einbezug der Darmgesundheit bei meiner Beratung eine zentrale Rolle spielt.
Leidest du unter Stress, hast schon das ein oder andere Mal Antibiotika eingenommen oder isst öfter einseitig und ballaststoffarm, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass deine Darmgesundheit Aufmerksamkeit bedarf.

Ein vielleicht etwas seltsamer, aber sehr aussagekräftiger Indikator für die Gesundheit deines Darns: die Beschaffenheit deines Stuhls. Wie sollte diese sein?
- Stuhl quasi geruchslos
- hellbraune bis braune Farbe
- weich, wurstartig mit glatter Oberfläche
- kein übermäßiges Pressen nötig
- täglich mindestens 1x
- du benötigst theoretisch kein Klopapier, weil keine Rückstände bleiben

Leidest du z.B. unter folgenden Beschwerden, könntest du stark von einer Symbioselenkung, also von einer Verschiebung und Stabilisierung deines Mikrobioms in eine gesundheitsförderliche Richtung, profitieren:
- Blähungen oder ständiges Aufgebläht-Sein
- Völlegefühl, z.T. verbunden mit Atemschwierigkeiten durch zu viel Luft im Brustraum
- häufiges Aufstoßen oder Sodbrennen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Verstopfung, Durchfall
- Stimmungsschwankungen, geringe Stresstoleranz, Ängste
- Laktose-, Fruktose-, Sorbit-, Histaminintoleranz
- Übergewicht oder fehlender Erfolg bei Diäten

Warum ich?
Ich geb mein Bestes, versprochen.
Ich habe selber eine Odyssee an Selbstversuchen, Ärzten und Heilpraktikern hinter mir und weiß, wie sehr einem Darmprobleme zu schaffen machen.
Meine Weiterbildung zur Darmberaterin sowie zahlreiche Fortbildungen im Bereich Darmgesundheit und mein persönliches, starkes Interesse an dem Thema helfen mir, dir zu helfen: wir finden die Ursache, und natürlich auch Lösungen für deine Probleme.
Trotzdem dieser Hinweis: je nach Schwere deiner Symptomatik werde ich dich bitten, vorerst bzw. parallel, einen Arzt oder Heilpraktiker zu konsultieren. Bis ich die Heilpraktiker-Prüfung abgeschlossen habe, ist mein Beruf rein präventiv, nicht therapeutisch angesiedelt.
Reizdarm? Dünndarmfehlbesiedlung? Intoleranzen? Wir finden einen Weg.
Ziele meiner Darmberatung
ein gesunder, flacher Bauch
keine Schmerzen oder sonstige Darmbeschwerden
funktionierende Verdauung aller Nährstoffe
Verträglichkeit möglichst aller Nährstoffe (es gibt immer Lebensmittel die uns individuell nicht so gut tun wie andere) ​
damit Loswerden von Unverträglichkeiten wie Glutensensitivität, Histaminintoleranz etc.
bio-psycho-soziales Gleichgewicht des Körpers
Regenerationsfähigkeit & Homöostase
große Abwehrkraft des Immunsystems
keine "silent inflammation"
Resilienz gegenüber externen Giften und Stressoren
optimale Leistungsfähigkeit & Wohlbefinden
Zufriedenheit & Stabilität - langfristig
Literatur:
Barko PC, McMichael MA, Swanson KS, Williams DA. The Gastrointestinal Microbiome: A Review. J Vet Intern Med. 2018 Jan;32(1):9-25. doi: 10.1111/jvim.14875. Epub 2017 Nov 24. PMID: 29171095; PMCID: PMC5787212.
Vijay, A. Valdes, A, 2022. Die Rolle des Darmmikrobioms bei chronischen Krankheiten: Eine narrative Übersichtsarbeit